25.05.2019 / komba gewerkschaft nrw

komba-Reportage: EU-Begeisterung teilen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Matthäus Fandrejewski (rechts) (Foto: © CESI Youth)
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Matthäus Fandrejewski (rechts) (Foto: © CESI Youth)

Seit sechs Jahren ist Matthäus Fandrejewski der Vorsitzende der CESI (Europäische Union der Unabhängigen Gewerkschaften) Jugend. Nicht erst seitdem ist er von den zahlreichen Vorzügen der Europäischen Union überzeugt.

Im Zug von Paris Richtung Berlin. Viele Fahrgäste tummeln sich in der Bahn. Die verschiedenen Ländergrenzen, die sie auf der Reise passieren, ziehen fast unbemerkt vorüber. Der Zug muss nirgendwo anhalten, keine Passkontrollen, stattdessen freies Weiterkommen. Einre der Passagiere ist Matthäus Fandrejewski. Irgendwo auf der Fahrt durch Belgien blickt er von seinem Smartphone auf und sagt: „Die Einreise in ein anderes Land merke ich mittlerweile nur noch durch den geänderten Mobilfunkanbieter. So leicht ist unser Leben heute.“

Begeistert ist er außerdem von der Vielseitigkeit Europas. Erst kürzlich ist er nach einem Erasmus-Aufenthalt in Paris zurück an die Spree gezogen. Auch sonst ist er viel und gerne in ganz Europa unterwegs. „Die Kulturen, Ansichten auf die Lebensweise und das unterschiedliche Maß an Zufriedenheit der Menschen ist wahnsinnig spannend zu beobachten. Das gilt natürlich auch für die Erwartungen an den Arbeitsplatz und den Arbeitgeber. In vielen Mitgliedsstaaten haben junge, gut ausgebildete Menschen Schwierigkeiten, einen adäquaten Eintritt in den Arbeitsmarkt zu finden. Dort gibt es große Unterschiede“, stellt der junge Mann fest. Genau da setzt die Arbeit der CESI Youth an.

Auf die Frage, was er persönlich aus seinen Erfahrungen in Europa gelernt hat, antwortet er: „Natürlich müssen wir gemeinsame Standards setzen, um den Lebens- und Arbeitsalltag aller Europäerinnen und Europäer zu verbessern. Trotzdem darf das Individuelle der einzelnen Staaten nicht untergehen.“

Stimmrecht nutzen, wählen gehen!
Matthäus Fandrejewski ist der festen Überzeugung, dass die EU gebraucht wird und setzt sich deshalb so engagiert dafür ein, ihre Errungenschaften – auch und gerade für jüngere Generationen – erlebbar zu machen. „Ich möchte meine Begeisterung mit anderen Menschen teilen. Wenn wir uns etwas mit der Geschichte auseinandersetzen und die Erfolge der EU anschauen, können wir eigentlich nur ihr Fan werden“, erzählt er. Das Bündnis sichert seit Jahrzehnten Frieden und Freiheit. Damit es so bleibt, appelliert er daran, zur Europa-Wahl zu gehen: „Die EU erlebt turbulente Zeiten. Populisten und Nationalisten erhalten immer mehr Sitze in den Landesparlamenten. Auch auf europäischer Ebene werden die rechten Kräfte stärker. Alle sollten ihrem Wahlrecht nachkommen, um ein weiteres Erstarken der nationalistischen Stimmen innerhalb der EU zu verhindern.“

CESI Youth für die Zukunft Europas
Matthäus hat sich schon immer für länderübergreifende Fragestellungen und internationale Politik interessiert. Als gebürtiger Pole fand er als Kind das Pendeln zwischen Deutschland und seinem Geburtsland spannend. Die vielen Vorteile der EU lernte er dann so richtig 2004 mit dem Eintritt des Landes in die europäische Gemeinschaft kennen. „Keine Staus an der Grenze, kein Verzollen mehr. Das Land hat damals insgesamt einen Aufschwung bekommen. Ich fand diese Entwicklung spannend, weil sie das Leben meiner Familie in Polen unmittelbar beeinflusst und in diesem Falle wesentlich verbessert hat“, berichtet er.

2013 bewarb er sich für die AG Europa der dbb Jugend. Bald danach hat auch die europäische Organisation CESI beschlossen, eine Jugendorganisation zu gründen. Matthäus fand die Idee sofort reizvoll und hat sich für eine Kandidatur entschieden. „Mit großer Unterstützung der komba jugend nrw und der dbb jugend nrw sowie der dbb jugend wurde ich 2013 in Ungarn zum Vorsitzenden gewählt. Damals war noch sehr ungewiss wie die Arbeit der CESI Youth aussehen sollte, das konnte ich gut nutzen, um das Amt aktiv zu gestalten“, erinnert er sich. Bei den Wahlen 2017 in Rom wurde er wiedergewählt und seit dem begleitet ihn ein neunköpfiger Vorstand. Gemeinsam arbeiten sie in den verschiedenen Berufsräten und Kommissionen der CESI mit, um Europa mitzuprägen.  

Inzwischen hat der Zug Berlin erreicht. Bevor Matthäus in seiner neuen, alten Heimat aussteigt, macht er noch einmal deutlich, dass er vor allem die jungen Europäerinnen und Europäer für das große Friedensprojekt namens EU begeistern will. Gemeinsam mit den CESI-Vertreterinnen und Vertretern sowie den jugendgewerkschaftspolitischen Organisationen strebt er eine jugendfreundlichere Politik und Perspektiven für junge Menschen in der gesamten EU an.

Kontakt kreisverband minden-lübbecke

Vorsitzender
Karl-Heinz Nunnenkamp
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